Usability macht einen recht bedeutenden Teil meines Studiums aus. Viele Informatikveranstaltungen haben Gebrauchtauglichkeit zum Thema, meine BA handelte davon und vermutlich wird auch meine Masterarbeit in die Richtung gehen. Usability betrifft häufig Softwareanwendungen.
Usability sollte jedoch nicht nur in der Softwareentwicklung betrachtet werden, sondern bei Sachen die wir alltäglich benutzen. Ich rede von Supermärkten. Großen Supermärkten. Monstro-Mart. Real.
In Usability Test würde der Real in Duisburg glatt durchfallen. Ich habe heute eine verdeckte Beobachtung – nur so bekommt man unverfälschte Daten – vom Gemüseregal aus geführt. Eine ältere Dame stand verzweifelt vor der Gemüsewaage und wusste nicht wie sie das richtige Preisschild für ihr Grünzeug bekommen konnte. Ob sie es geschafft hat, habe ich nicht herausbekommen, auf einmal war sie weg. Lag daran, dass meine Aufmerksamkeit kurzzeitig Eisberg und Kopfsalaten galt. Die Gemüsewaage musste ich mir dann doch noch anschauen. Ein toller Touchscreen mit vielen bunten Bildern und einer verwirrenden Menuführung. Geht doch einfacher, Gemüsewaagen mit einfachen Ziffern für jede Gemüsesorte mögen zwar simpler wirken, dafür dürften die Kunden zufriedener sein.
Man mag denken, dass alte Menschen und Technik nicht zusammen funktionieren. Falsch. Nicht nur der beobachtete Fall ist ein Zeichen für Reals schlechte Usability. Ich, Mitte zwanzig, Technik affin brauchte eine gefühlte Viertelstunde um ein Glas Mayonnaise auf Joghurt Basis zu finden.
Abschließend möchte ich die unübersichtliche Parkplatzführung bemängeln, da ich mein Auto mal wieder nicht gefunden habe. Doch hier kann ich dem Supermarkt keinen Vorwurf machen, da es sich um einen Benutzerfehler handelt. Ich verlaufe mich auch auf dem Uni Parkplatz.